|
||||
| Der
Rhein gestaltet Volmerswerth Hochwasser und Eisgang Deichschutz und Deichverband Die Fährgerechtssame Bootshäuser Fischfang im Rhein Rheinschifffahrt Zwischen zwei Brücken |
||||
|
|
Texte: M. Preiß | |||
![]() Restaurant"Fährhaus" beim Hochwasserstand 9,10 m im Jahr 1926 |
Der
Rhein gestaltet Volmerswerth
nach
oben Den Ausführungen des Liedes "Warum ist es am Rhein so schön" konnten die Düsseldorfer bis weit ins 19. Jahrhundert hinein aber nicht folgen. Dem Rhein als Naturstrom konnte nicht getraut werden. Er wies mehr Nach- als Vorteile auf, verursachte ständige Besorgnisse und bedrohte im Winter und Frühjahr die Stadt und ihre Umgebung. Dies gilt natürlich auch für Volmerswerth, das seit seinem Bestehen untrennbar mit dem Rhein verbunden ist und heute zwischen den Stromkilometern 733 bis 735 liegt. Bereits vor 1150 dürfte vor dem heutigen Stromkilometer 733 eine Spaltung des Rheins eingetreten sein, die eine Inselbildung zur Folge hatte. Denn im Jahre 1173 beurkundete der Kölner Erzbischof Philipp, daß bereits sein Amtsvorgänger dem Nonnenkonvent in Schwarzrheindorf "dimidam parte(m) insuli qui dicitur Volmerswerth", also "den halben Teil der Insel Volmerswerth" geschenkt habe. |
|||
![]() Legendärer Eisgang 1941/42 |
Hochwasser
und Eisgang
nach
oben |
|||
![]() Volmerswerther Deich noch ohne gemauerte Deichkrone ![]() Hochwasser 1955 mit einem Rheinpegel von 9,80 m |
Deichschutz
und Deichverband
nach
oben Angesichts vermehrter "Jahrhunderthochwasser" in der heutigen Zeit kommt dem Thema Deichschutz eine überragende Bedeutung zu. Die in älteren Zeiten errichteten Deichanlagen waren ausschließlich lokalen Bedürfnissen angepaßt und außerdem ohne Rücksicht auf die wichtigen Beziehungen der Deiche zur Stromführung erbaut worden. Aus diesem Grund konnten sie oft dem Eis und den Fluten nicht standhalten. Der Rhein regierte, und die Anlieger mußten sich fügen. Das älteste bekannte Deichreglement stammt von Herzog Adolf I. von Cleve aus dem Jahr 1364. In diesem wurde die Eindeichung von Flächen vorgeschrieben, die für eine Siedlung bestimmt waren. Herzog Wilhelm von Cleve schuf 1575 eine Deichordnung, die im Herzogtum Cleve die Deichverhältnisse nach einheitlichen Gesichtspunkten regelte. 1767 erließ Friedrich der Große das "Erneuerte Deich-, Schau-, Graben- und Schleusen-Reglement", welches 1848 von Friedrich Wilhelm IV wiederum erneuert, aber nicht grundsätzlich verändert wurde. Bis zum 07.04.1913 hatte das Gesetz von 1848 Geltung, dann wurde es durch das Preußische Wassergesetz vom ersetzt. Es war die Grundlage für die Satzungen der Deichverbände und Polizeiverordnungen. Die für die Deiche geltenden Bestimmungen wurden dann durch die Vorschriften der Wasserverbandsverordnung vom 03.09.1937 abgelöst. Aufgrund dieses Gesetzes entstand die Satzung des Deichverbandes Düsseldorf-Hamm-Volmerswerth vom 26.06.1941. In Volmerswerth wechselten im 18. und 19. Jahrhundert Hochwasser und Eisgänge einander ab. Die zwischen 1784 und 1824 aufgetretenen Hochwasser und Eisgänge führten dann aber zu dem Entschluß der Aufsichtsbehörden sowie der Deichverbände, daß "die Eindeichung notwendiger denn je" sei. Nach den verheerenden Hochwassern 1882/83 dauerte es noch bis 1900, bis die Stadtverordneten im März dieses Jahres den Entschluß faßten, den Banndeich zu bauen, über den mehr als ein Jahrhundert diskutiert worden war. Im Jahre 1907 wurde dann der Banndeich auf dem Hammer Drap fertiggestellt und damit eine für den Gemüsebau geeignete Fläche von ca. 200 ha gewonnen. Nach dem 1. Weltkrieg wurden Mittel wegen der damaligen hohen Erwerbslosigkeit zur Verfügung gestellt, mit welchen im Jahre 1926 ein fester, teils gemauerter und gepflasterter Rheinuferdeich zwischen dem Wasserwerk Flehe und dem Drapdeich gebaut werden konnte. Diese Befestigung des Rheinufers war unbedingt notwendig, da Volmerswerth vom Rhein lediglich durch eine Straße und Deichmauer getrennt war und 2 m tiefer als diese lag. Das Düsseldorfer Rheinufer ist von der Strommitte aus gemessen rechtsrheinisch 40,3 km und linksrheinisch 9,1 km, also insgesamt 49,4 km lang. Soweit keine natürlichen Lagen vor Überschwemmungen schützen, müssen Eindeichungen angelegt werden. Insgesamt sind 38,3 km Anlagen am Rhein zu überwachen und Schäden auszubessern. Diese Aufgabe obliegt seit Anfang 1996 der Stadt Düsseldorf. |
|||
![]() Der vorletzte Fährmann Adolf Müller vor der Motorfähre |
Die
Fährgerechtsame
nach
oben Das Recht zur gewerbsmäßigen Überfahrt, auch Querfahrt genannt, ergab sich aus öffentlich-rechtlichen (Verleihung) wie aus privatrechtlichen Titeln (Vertrag). Träger dieses Fährrechts konnten Einzelpersonen, Genossenschaften, Gemeinden und der Staat sein. Eine solche in der Vergangenheit als Fährgerechtsame oder Fährgerechtigkeit verstandene Berechtigung war früher allgemein begehrt, da sie eine erhebliche Einnahmequelle darstellte. Deshalb sind rechtliche und wirtschaftliche Fragen mit der Geschichte der Fährgerechtsame eng miteinander verknüpft. Der älteste Nachweis über einen Verkehr von Ufer zu Ufer geht auf eine Konzession zurück, die Margarete von Berg am 08.03.1263 den Düsseldorfer Bürgern Albert, Konrad und Gottschalk verliehen hatte. Die Gegenleistung für dieses Fährrecht war eine jährliche Abgabe an die Kapelle zu Holthausen. Vermutlich war es ein Nachen, auf dem man gegen Entgelt schon vor der Erhebung Düsseldorfs zur Stadt den Rhein überqueren konnte. |
|||
| Bootshäuser
nach
oben Neben den Fähren sind die Bootshäuser zu erwähnen, die im Bereich des heutigen Volmerswerther Deiches, der bis September 1950 noch Hamm-Volmerswerther Deich hieß, zu gewerblichen und zu Wohnzwecken genutzt wurden. Im Winter 1941/42 sind durch den extremen Eisgang die Anker und Trossen sämtlicher Bootshäuser gebrochen, so daß sie abtrieben oder durch Eisschollen zerstört bzw. stark beschädigt wurden, |
||||
![]() Aalschocker mit Fischkahn im Vordergrund |
Fischfang
im Rhein
nach
oben Friedrich Lau schreibt in seinen geschichtlichen Ausführungen über Volmerswerth: "Die wichtigsten Erwerbszweige der Bewohner bildeten der Betrieb der Fähre und die Fischerei." Im frühen Mittelalter gehörte neben der Jagd die Fischerei zu den wichtigsten Regalien und stand in dieser Zeit ausschließlich dem Feudalherren oder den von ihm befugten Personen zu und ging im späten Mittelalter auf den jeweiligen Landesherren über. In Volmerswerth sicherte die in früheren Zeiten vor der Haustür betriebene hauptberufliche Fischerei ein Auskommen für die ganze Familie. Daneben war sie ein Zubrot für die große Zahl von nebenberuflichen Fischern. Anfang der 20er Jahre konnte der Fang wegen der in den Rhein eingeleiteten Phenole (Ausgangspunkt für Farbstoffe) wegen seiner Ungeniesbarkeit nicht mehr verkauft oder für den Eigengebrauch verwertet werden. Die Verschmutzung des Rheins erreichte 1971 ihren Höhepunkt. Ein am 30.09.1987 von der "Internationalen Kommission zum Schutz des Rhein" verabschiedetes "Aktionsprogramm Rhein" sollte bis zum Jahr 2000 erreichen, daß früher vorhandene Fischarten (z.B. der Lachs) im Rhein wieder heimisch werden können; die Nutzung des Rheinwassers für die Trinkwasserversorgung möglich sein muß; die Sedimente des Flusses von Schadstoffen entlastet werden. Diesen Zielen ist man schon sehr nahe gekommen. Der Fluß ist nahezu mit Schadstoffen unbelastet und deshalb wieder Lebensraum für rund 45 Fischarten. |
|||
| Rheinschifffahrt
nach
oben Aufgrund der Rheinlage ist Düsseldorf eng mit der Schiffahrtsgeschichte verbunden und deshalb ein wichtiger Bestandteil der deutschen Binnenschiffahrt. Die Modelle des Schiffahrtsmuseums im Düsseldorfer Schloßturm zeigen den Verlauf der Entwicklungen vom Ruderboot und den treibenden Fähren über den Dampfer zum Motorschiff. Viele Jahrhunderte der Fluß- und Küstenschiffahrt sind dort anhand sachlicher und historischer Zusammenhänge nachvollziehbar. |
||||
| Zwischen
zwei Brücken
nach
oben Heute befindet sich Volmerswerth verkehrsgünstig inmitten zweier Brücken. Von diesen ist die am 17.11.1949 wieder für den Verkehr freigegebene Südbrücke, die neben der reinen Eisenbahnbrücke den Fahrzeugverkehr von Düsseldorf nach Neuss führt, die erste linksrheinische Überquerungsmöglichkeit gewesen. 1979 wurde die Fleher-Brücke knapp vor der Volmerswerther Ortsgrenze und dem Stromkilometer 733 errichtet. |
||||
| Sollten Sie Interesse an mehr Informationen über dieses Thema haben, empfehlen wir das Buch: "Insula Volmari-Geschichte und Geschichten" |
||||